Von Bönninghausen


boenninghausen

Ein Auszug von Dr. Friedrich Kottwitz Vortrag über Bönninghausens Leben – Hahnemanns Lieblingsschüler

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Die Homöopathie Samuel Hahnemanns (1755-1843), dieses komplexe und im Prinzip doch so einfache System, stellt ohne Zweifel bis zum heutigen Tage nicht nur eines der umstrittensten Kapitel innerhalb der Geschichte der Medizin dar, sondern bewegt auch heute wie vor 150 Jahren die Gemüter in jeweils neuer Frische.

Man kann sogar sagen, dass keines der innerhalb der letzten 150 Jahre entstandenen oder überlieferten Heilsysteme die – doch immerhin wissenschaftlich ausgebildeten – Mediziner zu solch unwissenschaftlichen Äußerungen hinreißt wie die Homöopathie, wobei das Maß der Unkenntnis über den Gegenstand der Kritik geradezu erschreckend ist.

Wieweit sich die heutigen Mediziner an andere so genannte alternative Heilmethoden (z.B. Naturheilverfahren oder Akupunktur) mehr oder weniger gewöhnt haben oder sie gar tolerieren, so reagieren sie doch, sobald die Sprache auf die Homöopathie kommt, ausgesprochen nervös und gereizt, oft unsachlich, zumeist emotional, ja sogar irrational. Es sieht gerade danach aus, als würde die Homöopathie den empfindlichsten Nerv der Medizin direkt treffen.

Das 19. Jahrhundert ist voll von einer z.T. erbitterten Polemik, die in der einen oder in der anderen Form bis in die heutige Zeit ihre Fortsetzung findet und der Unkenntnis dieser Heilmethode entspricht. Und doch ist in den letzten Jahren die Homöopathie in das Blickfeld und den Interessenbereich der Medizinhistoriker gerückt, und es von ihnen am ehesten zu erwarten, dass sie das Quellenmaterial der Homöopathie kritisch aufarbeiten, um so eine neue wissenschaftshistorisch fundierte Grundlage zu schaffen für eine künftige kenntnisreichere Diskussion des Themas Homöopathie.

Die aufgezeigte Problematik um die Homöopathie ist sicher auch einer der Gründe, weshalb Leben, Werk und Wirken von Bönninghausens (1785-1864), einer der wohl bedeutendsten Homöopathen nach Hahnemann und Kent , bis zum heutigen Zeitpunkt keine adäquate Würdigung gefunden hat, was insofern erstaunlich ist, da seine ungeheure Vielseitigkeit (Jurist, Agronom, Botaniker) und seine Bedeutung innerhalb der Homöopathie genügend Anreiz dazu böten.

Angesichts dieser Situation erschien es mehr als dringlich, die Lücke, die innerhalb der Geschichte der Homöopathie seit langem klafft, zu schließen.

Für diese Arbeit wurden alle Primär- und Sekundärquellen, soweit sie zugänglich waren, erfasst, die Korrespondenz von Bönninghausens mit Samuel Hahnemann wurde gesichtet und z.T. erstmalig in Transkription wiedergegeben.

Erstmals erscheinen in dieser Arbeit auch Teile eines Briefwechsels mit Annette von Droste-Hülshoff , die Medizinisches betreffen, und Bönninghausens Krankenaufzeichnungen über sie.

Drei bisher unbekannte Briefe Annette von Droste-Hülshoffs an von Bönninghausens sind aufgefunden worden, die sicherlich für die Droste-Forschung von Bedeutung sein dürften. Sie könnten u.a. dazu beitragen, dass die Pathografie der Annette von Droste-Hülshoff in einem anderen Licht gesehen werden muss.

Die Recherchen in den verschiedensten deutschen und holländischen Archiven brachte anderes Interessantes und für die Genealogie von Bönninghausens Nutzvolles zum Vorschein.

Ebenfalls neue Erkenntnisse brachte die Nachforschung hinsichtlich von Bönninghausens Beziehungen zu der Nonne Anna Katharina Emmerick .

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Lesen Sie mehr über das spannende Leben von Clemens Maria Franz von Bönninghausen in den Geburtstunden der Homöopathie in der Veröffentlichung von Dr. Friedrich Kottwitz.

 

Das 269 Seiten umfassende Werk ist in jedem gut sortierten Buchhandel zu bekommen.

Erschienen im O.-Verlag GmbH Berg am Starnberger See

ISBN: 3-88950-016-1